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Nachrichtensplitter - für Sie gelesen  
Begriffe aus allen Bereichen  |  Die Welt der Internetforen

Um ein tadelloses Mitglied einer Schafherde sein zu können,
muss man vor allem ein Schaf sein.
(Albert Einstein)

» Besuchen Sie Foren und wundern sich über den Umgang, der in manchen Foren herrscht? «

Tipps:
 • Häufig steckt hinter verschiedenen Nicnamen nur eine einzige Person.
 • Achten Sie auf den Schreibstil, die Argumentation, die Zeit, wann wer was schreibt.
Quelle: Begriffe Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Pfeil rechts Sophismus (Rhetorik)

Der Sophismus (Mz. Sophismen) oder das Sophisma (Mz. Sophismata, griechisch: sophízesthai = 'ausklügeln', 'aussinnen' und: sophós = 'geschickt', 'klug') ist ein logischer Scheinbeweis, ein mit den Mitteln der Logik bewusst herbeigeführter Trugschluss.
 

Pfeil rechts Fehlschluss

Als Fehlschluss oder Trugschluss (lat. fallacia) bezeichnet man einen Schluss, bei dem die abgeleitete Aussage nicht aus den explizit angegebenen oder implizit angenommenen Voraussetzungen folgt. Dies bedeutet nicht sofort, dass die abgeleitete Aussage auch falsch ist: Ein Fehlschluss gibt keinerlei Aufschluss über den tatsächlichen Wahrheitsgehalt der abgeleiteten Aussage.

Ein mit Absicht herbeigeführter Fehlschluss wird auch als Sophismus bezeichnet, ein unbeabsichtigter Fehlschluss wird auch Paralogismus genannt.
 

Pfeil rechts Strohmann-Argument

Ein Strohmann-Argument ist eine rhetorische Technik, die die Position des Gegners verzerrt darstellt, um sie dadurch leichter widerlegen zu können. Anstatt auf einen Sachverhalt einzugehen, werden stichhaltige Kritiken der eigenen Position umgangen, und ein 'Strohmann' attackiert.

Es gibt dafür verschiedene Methoden:

1. Die These des Gegners verzerrt, übertrieben oder falsch darstellen, die dargestellte These widerlegen und behaupten, dass damit die These widerlegt sei.

2. Jemanden beschreiben, der die gegnerische These mit wackeligen Argumenten verteidigt, diese Argumente widerlegen und dann behaupten, dass dadurch jeder Vertreter dieser These und somit auch die These selbst widerlegt sei.

3. Eine fiktive Person mit fragwürdigen Anschauungen oder Handlungen beschreiben und behaupten, dass diese fiktive Person die Gruppe vertrete, die der Sprecher kritisieren will.

4. Zu einer These analogische Beispiele erfinden (die vordergründig der These analog erscheinen, bei denen sich aber bei genauerem Hinschauen zeigt, dass die Analogie gar nicht passt), diese Analogien widerlegen und damit die These als widerlegt behaupten. So kann man sich Analogien zurecht legen, die wesentlich einfacher zu widerlegen sind, als die eigentlich zu widerlegende These.

Strohmann-Argumente können als rhetorische Technik erfolgreich sein (d. h. Leute überreden), sie führen den Zuhörer jedoch zu logischen Fehlschlüssen, da die tatsächliche Argumentation des Gegners nicht widerlegt ist.
 

Pfeil rechts Totschlagargument

Totschlagargumente (nach Charles Clark sinngemäss zutreffender auch 'Killerphrasen') sind inhaltlich nahezu leere Argumente, also Scheinargumente oder Vorurteile, von denen der Disputant annimmt, dass die Mehrheit der anderen Diskussionsteilnehmer entweder mit ihm in der Bewertung übereinstimmen oder keinen Widerspruch wagt, da dies in der öffentlichen Meinung auf Ablehnung stößt. Totschlagargumente sollen Widerspruch verhindern ('totschlagen') und nebenbei auch der Ablehnung oder der Herabsetzung des Gegenüber dienen.

Totschlagargumente werden zumeist dann eingesetzt, wenn man Zweifel hat, den Diskussionspartner überzeugen zu können, trotzdem aber kurzfristig den eigenen Standpunkt durchsetzen oder die eigenen Interessen wahren will. Die fehlende Überzeugungsabsicht unterscheidet das Totschlagargument von einem Argument.

Gleichzeitig wird als Resultat ihres Einsatzes in Kauf genommen, oft sogar angestrebt, dass die gemeinsame Lösung eines Problems oder einer Aufgabe oder die Weiterentwicklung eines Projekts oder einer Idee verhindert wird.

Auf dieses 'Töten' einer Diskussion oder eines kreativen Prozesses bezieht sich der Begriff.

Die Autorin Meike Müller unterscheidet sechs Arten von Killerphrasen nach der Absicht, die hinter ihnen steckt:

Beharrungs-Killerphrasen sollen Veränderungen verhindern, damit alles so bleibt, wie es ist.
 » 'Das haben wir schon immer so gemacht.' «

Autoritäts-Killerphrasen beruhen auf Überlegenheitsgefühlen und sollen andere einschüchtern.
 » 'Wie oft muss ich das noch sagen. Das läuft so nicht!' «

Besserwisser-Killerphrasen kommen von Leuten, die sich für intelligenter halten und anderen ihr Wissen aufdrängen.
 » 'Ich weiß schon, wie das endet.' «

Bedenkenträger-Killerphrasen erfolgen ebenfalls aus der Angst vor Veränderung. Bedenkenträger treten jedoch eher zögerlich auf.

 »'Das sollten wir lieber lassen. Wir wollen uns doch nicht die Finger verbrennen.' «

Vertagungs-Killerphrasen sollen aus Angst vor Fehlern Entscheidungen hinauszögern.
 »'Meiner Meinung nach ist die Zeit dafür noch nicht reif.' «

Angriffs-Killerphrasen sind offene persönliche Angriffe.
 »'Typisch blond!' «

Häufig zu beobachten sind auch Totschlagargumente, die in ihrer Aussage stark übertrieben sind und dadurch zwangsläufig zu einer Ablenkung von der eigentlichen Diskussion führen. Beispielsweise führt der Vorwurf, etwas habe NS-Nähe, meist bei dem Opponenten der Diskussion zu Distanzierungen bzw. Rechtfertigungen, die ihn vom eigentlichen Thema ablenken, und die Beobachter der Diskussion neigen sich aus Angst, der Vorwurf könne stimmen, auf die Seite dessen, der den Vorwurf äußerte.

Kennzeichen [Totschlagargument:]

° Der Einsatz kann beinahe an beliebiger Stelle erfolgen.
° Dem Diskussionsergebnis wird vorgegriffen, die Diskussion damit als solche in Frage gestellt.
° Die Verletzung oder Herabsetzung des Gegenübers (Verunglimpfung) ist dieser Argumentation sehr ähnlich.

° Der Diskussionsverlauf wird manipuliert, weil es zur sinnvollen Weiterführung nötig ist, erst den Konsens wieder herzustellen und dieser zumindest vorübergehend den ursprünglichen Gegenstand der Diskussion als solchen verdrängt (Metakommunikation).

° Sie sind nicht zwingend logisch widerlegbar, womit rhetorisch der Eindruck erzeugt wird, sie seien für das Thema relevant, auch wenn das nicht der Fall ist. Des Weiteren wird überspielt, dass nicht nur die Behauptung, sondern auch ihr Gegenteil weder verifizierbar noch falsifizierbar sind, sei es allgemein oder in der gegebenen Gesprächssituation, womit die Behauptung mindestens im Kontext dieser Situation wertlos wird.

Solche in einer Diskussion vorgebrachten Pseudo-Argumente entziehen sich einer sachlichen Auseinandersetzung. Meist handelt es sich um eine subjektive Bewertung des Gegenstands einer Diskussion, vor allem des Vorredners mit massiver impliziter Wertung ohne einhergehende Begründung.

Totschlagargumente können für gewöhnlich von den Beteiligten nicht hinterfragt werden, da sie nur auf der so genannten Meta-Ebene der Kommunikation behandelt werden, was eine gewisse rhetorische Kompetenz erfordert. Sie beeinträchtigen kreative Prozesse, wie zum Beispiel beim Brainstorming. Sie stören zudem massiv die Beziehungsebene der Beteiligten und stellen eine Form der so genannten 'gewaltsamen Kommunikation' dar und widersprechen somit den elementaren Prinzipien der Teamfähigkeit.

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Pfeil rechts Eristik

Als Eristik gilt die Lehre vom Streitgespräch und die Kunst der Widerlegung in einer Diskussion oder Debatte. Der Begriff findet sich in diesem Zusammenhang in Philosophie und Rhetorik.

1864 wurde postum die Eristische Dialektik des deutschen Philosophen Arthur Schopenhauer veröffentlicht. Die Arbeit trägt den Untertitel Die Kunst, Recht zu behalten. Zu ihr gehören auch 38 Kunstgriffe, rhetorische Tricks, die den Leser befähigen sollen, in einer Diskussion oder Debatte zu bestehen.

Die Kunstgriffe des deutschen Philosophen Arthur Schopenhauer (1788-1860) sind rhetorische Tricks, die den Leser befähigen sollen, in einer Rede, einer Diskussion oder Debatte per fas et nefas (im Fall, dass man Recht hat ebenso wie im Fall dass man nicht Recht hat) zu bestehen. Die Kunstgriffe wurden von Schopenhauer in 38 Abschnitte gegliedert und durchnummeriert:

01 (Erweiterung)

02 (Homonymie)

03 (Behauptung als absolut nehmen)

04 (Spiel verdecken)

05 (falsche Vordersätze gebrauchen)

06 (versteckte petitio principii)

07 (viel auf einmal fragen)

08 (den Gegner zum Zorn reizen)

09 (durch kunterbunte Fragen verwirren)

10 (das Gegenteil des Satzes fragen)

11 (Schlussfolgerung nicht abfragen)

12 (Benennungen gehässig umkehren)

13 (Gegenteil grell darstellen)

14 (triumphierend aufschreien)

15 (einen nicht ganz handgreiflichen Satz vorlegen)

16 (Schikane herausklauben)

17 (feine Unterscheidung)

18 (Disputation unterbrechen)

19 (Argumente ins Allgemeine spielen)

20 (den Schluss selber ziehen)

21 (immer ein Argumentum ad hominem zurückgeben)

22 (Argument als Satz vom zureichenden Grund ausgeben)

23 (den Gegner zur Übertreibung reizen)

24 (verfängliche Konsequenzmacherei erzwingen)

25 (Apagoge durch eine Instanz)

26 (Spieß umdrehen zu einem Gerade-Weil-Argument)

27 (wenn der Gegner böse wird hat man eine schwache Stelle entdeckt)

28 (unsachkundige Argumente vorbringen)

29 (Diversion)

30 (Autoritäten statt Gründe angeben)

31 (sich mit feiner Ironie für inkompetent erklären)

32 (Gegenargument verdächtig machen)

33 (Konsequenz leugnen)

34 (nachhaken bei vermutlich faulen Punkten)

35 (Dein Argument widerspricht Deinem Interesse)

36 (Gegner durch hochgestochenen Wortschwall verdutzen)

37 (sachlich richtig: Beweisführung falsch anführen)

38 (persönlich beleidigend werden)

Die einzig sichere Gegenregel:

Die einzig sichere Gegenregel ist daher die, welche schon Aristoteles im letzten Kapitel der Topica gibt: Nicht mit dem Ersten dem Besten zu disputieren, sondern allein mit solchen, die man kennt und von denen man weiß, dass sie Verstand genug besitzen, nicht gar zu Absurdes vorzubringen und dadurch beschämt werden zu müssen, und um mit Gründen zu disputieren und nicht mit Machtsprüchen, um auf Gründe zu hören und darauf einzugehen und endlich, dass sie die Wahrheit schätzen, gute Gründe gern hören, auch aus dem Munde des Gegners und Billigkeit genug haben, es ertragen zu können, Unrecht zu behalten, wenn die Wahrheit auf der anderen Seite liegt. Daraus folgt, dass unter Hundert kaum Einer ist, der wert ist, dass man mit ihm disputiert.

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'Ein Heuchler ist so oft der Gefangene seiner eigenen Heuchelei, dass er sich am Ende selbst zugestehen muss,
er hätte ebenso gut ein ehrlicher Kerl sein können.' (George Bernhard Shaw)
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